Voraussetzungen für bürgerschaftliches Engagement

Modul 2 zur „Freiwilligenkoordination BFE

Frage(n) vorweg: Welche Voraussetzungen sollten innerhalb meiner Organisation geschaffen sein, wenn mit ehrenamtlichen Unterstützer*innen gearbeitet wird?

Teilnehmende des Jour Fixe

Zusammenfassung: Worum es geht

Die Zusam­me­nar­beit mit Ehre­namtlichen ist nicht voraus­set­zungs­los. Sie sollte eine aktive Auseinan­der­set­zung mit den Chan­cen, Gren­zen und Her­aus­forderun­gen des Ehre­namts voraus­set­zen. Gle­ichzeit­ig gibt es auch formelle Voraus­set­zun­gen, die in der Arbeit mit Ehre­namtlichen erfüllt sein müssen.

Ansätze aus dem Freiwilligenmanagement

- Im Rah­men des Jour Fixe des Beratungs­fo­rums Engage­ment für Geflüchtete definierte die Ref­er­entin Andrea Brandt von der Frei­willi­ge­nA­gen­tur Kreuzberg-Friedrichshain fünf Schritte, wie die Koop­er­a­tion zwis­chen Frei­willi­gen und Mitar­bei­t­en­den von Unterkün­ften für geflüchtete Men­schen gelin­gen kann. Das neben­ste­hend ver­link­te Hand­out führt die jew­eili­gen Punk­te detail­liert aus.

1) Voraus­set­zun­gen für die Zusam­me­nar­beit klären
2) (Gemein­same) Def­i­n­i­tion von Ein­satz- und Hand­lungs­feldern abstim­men
3) Beteili­gung und Mitbes­tim­mung ermöglichen
4) Kon­flik­tregelun­gen find­en
5) Anerken­nung leben

- Der Ref­er­ent Jochen Goll­bach von der Frei­willi­ge­nA­gen­tur Marzahn-Hellers­dorf verdeut­lichte außer­dem die Beson­der­heit­en des der Ehre­namt­sko­or­di­na­tion in Unterkün­ften für Geflüchtete im Unter­schied zu “klas­sis­chen” Ein­rich­tung (z.B. Altenpflege, Engage­ment in Kitas, etc.). Die wichtig­sten Punk­te aus sein­er Präsen­ta­tion (neben­ste­hend abruf­bar) waren die fol­gen­den:

1) Frei­willige han­del­ten in der soge­nan­nten “Flüchtlingskrise” (teil-)autonom: Inten­sive Gespräche mit den Engagierten und eine Rol­len­klärun­gen zwis­chen Haupt- und Ehre­namtlichen sind daher beson­ders wichtig
2) Per­son­elle und tech­nis­che Ausstat­tung entwick­elt sich: Im Gegen­satz zur Anfangsphase des Engage­ments der vie­len informellen Grup­pen und Ini­tia­tiv­en bildet sich inzwis­chen eine belast­bare haup­tamtliche Infra­struk­tur, die mit den vor­mals informellen Struk­turen in Ein­klang gebracht wer­den muss (so ist inzwis­chen z.B. die Arbeit und Reg­istrierung von Engage­ment­möglichkeit­en in die Daten­bank­end der Frei­willi­ge­na­gen­turen möglich)
3) Hohe “Drehzahl” (wech­sel­nde Bedarfe, Ehre­namtliche, insti­tu­tionelle und haup­tamtliche Akteure): Auf­grund der hohen Dynamik ist der Wis­senstrafer zwis­chen den einzel­nen Per­so­n­en und Akteurin­nen beson­ders wichtig
4) Eine Aufar­beitung der Hochzeit des Engage­ments (und der Ver­wal­tungskrise) fällt mit ein­er derzeit­i­gen Neuori­en­tierung des Engage­ments zusam­men: hier müssen Pri­or­itäten (im Inter­esse der Geflüchteten) geset­zt wer­den

- Es wird emp­fohlen, mit jed­er und jedem Frei­willi­gen eine kleine schriftliche Vere­in­barun­gen abschließen und dort Inhalte, Ver­hal­tenskodexe, Daten­schutzregelun­gen und ggf. Beson­der­heit­en der Tätigkeit in Bezug auf Kinder­schutz, etc. fet­zuhal­ten.

Aus der Diskussion

# Was sind haup­tamtliche Auf­gaben, was ehre­namtliche?
(Lösungsansatz: Gren­ze ist oft schwierig zu benen­nen. Gesichert sein sollte ein Com­mit­ment zwis­chen Sozialar­beit­ern und Ehre­namtlern, wer für was zuständig ist. Ver­mei­dung von Dop­pel­hil­fe und ‚unqual­i­fiziert­er‘ Sozialar­beit. Unbe­d­ingt vorher klären und im Gespräch mit EA nen­nen.)

# In welchem Fall müssen Ehre­namtliche erweit­erte polizeiliche Führungszeug­nisse vor­legen? Wie kön­nen in den ver­schiede­nen Berlin­er Bezirken diese Führungszeug­nisse beantragt wer­den?
(Lösungsansatz: Ger­ade im Bere­ich der Kinder- und Jugen­dar­beit wird emp­fohlen, von allen Aktiv­en (egal ob haupt- oder ehre­namtlich) erweit­erte polizeiliche Führungszeug­nisse zu ver­lan­gen. Wir haben auf ein­er sep­a­rat­en Seite zusam­mengestellt, wie in ver­schiede­nen Berlin­er Bezirken die Führungszeug­nisse beantragt wer­den kön­nen. Da der Prozess der Beantra­gung zum Teil einige Tage / Wochen dauern kann und weil das Führugn­szeug­nis ggf. nicht alle Straftat­en auf­führt (z.b. im Aus­land began­gene), kann die Ein­forderung ein­er Selb­sterk­lärung über Straf­frei­heit sin­nvoll sein. Eine Vor­lage für eine solche Selb­sterk­lärung kann hier herun­terge­laden wer­den.)

BERATUNGSFORUM ENGAGEMENT FÜR GEFLÜCHTETE
„Frei­willi­genko­or­di­na­tion BFE | „Frei­willi­genko­or­di­na­tion BFE“ — Mod­ul 2
aktu­al­isiert: 21.07.2017