Archiv für Oktober 2019

Rückblick 3. Werkstatt BfE

Am Diens­tag, den 13. August 2019 ver­an­stal­te­te die Lan­des­frei­wil­li­genagen­tur Ber­lin e.V. die 3. Werk­statt Bera­tungs­fo­rum Enga­ge­ment und zugleich den 2. Run­den Tisch Zivil­ge­sell­schaft.

Herr Staats­se­kre­tär Dani­el Tiet­ze und die Lei­te­rin der Koor­di­nie­rungs­stel­le für Flücht­lings­ma­nage­ment, Frau Sybill Schulz, stell­ten sich den Fra­gen von Ehrenamtskoordinator_innen aus den Unter­künf­ten für Geflüch­te­te zum The­ma

Qua­li­tät im Frei­wil­li­gen­ma­nage­ment – neue Ent­wick­lun­gen, neue Ansprü­che an sei­ne Funk­ti­on!?

Mit ihnen auf dem Panel saßen Efraj Ahmed und Kai-Rochus Liertz, zwei Ehrenamtskoordinator*innen (EAK) aus Unter­künf­ten für Geflüch­te­te und, als Ver­tre­te­rin des Fach­krei­ses Frei­wil­li­gen­ma­nage­ment, Susan­ne Eck­hard von der Lan­des­frei­wil­li­genagen­tur Ber­lin.

Über 60 Anwe­sen­de dis­ku­tier­ten über Not­wen­dig­kei­ten, Ver­än­de­rungs­be­dar­fe und unver­zicht­ba­re Erfor­der­nis­se für das Frei­wil­li­gen­ma­nage­ment in der aktu­el­len Pra­xis der Ehren­amts­ko­or­di­na­ti­on.

Staats­se­kre­tär Tiet­ze beton­te die Bedeu­tung der Auf­ga­be, die im Bun­des­ver­gleich in die­ser Form ein­ma­lig ist: „Ich bin sehr froh, ich bin sehr stolz, dass Ber­lin die­sen Weg gegan­gen ist“, sag­te er, und fass­te die Pla­nung der Ver­wal­tung für die kom­men­den Jah­re zusam­men:

Er stell­te län­ge­re Ver­trags­lauf­zei­ten für Betrei­ber, Neu­bau von modu­la­ren Unter­künf­ten, Pla­nung einer zen­tra­len Ver­mitt­lungs­stel­le für Wohn­raum für die der­zeit ins­ge­samt 40.000 Woh­nungs­lo­sen in Ber­lin im Haus­halt 2020/21 in Aus­sicht.

Sei­ner Wert­schät­zung für die stark ver­än­der­te Arbeit gab er Aus­druck, indem er die EAK „Außenminister*innen“ der Unter­künf­te nann­te; sie sei­en die Schnitt­stel­len zur bezirk­li­chen Sozi­al­struk­tur, leis­te­ten mehr Lebens­be­ra­tung, mehr Inte­gra­ti­ons­ar­beit und reflek­tier­ten das Rol­len­ver­ständ­nis. Frau Schulz beschrieb die Auf­ga­ben der Koor­di­nie­rungs­stel­le und schloss sich der hohen Wert­schät­zung für die Arbeit der Frei­wil­li­gen und der EAK in Unter­künf­ten an.

Im wei­te­ren Ver­lauf wur­de deut­lich, dass es nicht die eine Lösung für alle geben kann, da die Situa­ti­on der Bewoh­ner von Unter­künf­ten von diver­sen Varia­blen abhän­gig ist:

Gibt es eine gut funk­tio­nie­ren­de Frei­wil­li­gen­struk­tur und ent­spre­chend nutz­ba­re Räu­me im jewei­li­gen Sozi­al­raum? Wie und wo las­sen sich Res­sour­cen fin­den, um die Nach­bar­schaf­ten wo nötig zu akti­vie­ren? Wie las­sen sich ver­gleich­ba­re Ver­hält­nis­se, z. B. bezüg­lich Stel­len­be­schrei­bun­gen, her­stel­len?

Best-Prac­tice Bei­spie­le zu den The­men Ver­net­zung in den Kie­zen und Woh­nungs­su­che wur­den von Kat­ja Labi­di vom HVD vor­ge­stellt: „Hal­lo neue Nach­barn“ und „Mit­ein­an­der im Kiez“ koope­rie­ren mit zwei Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten. Dar­an schloss sich die For­de­rung an, alle sechs kom­mu­na­len Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten in die Pflicht zu neh­men.

Hin­sicht­lich der Schul­den­pro­ble­ma­tik vie­ler Geflüch­te­ter wur­de auf die bereits bestehen­de Koope­ra­ti­on zwi­schen LAF und Ver­brau­cher­or­ga­ni­sa­tio­nen ver­wie­sen.

Susan­ne Eck­hard fass­te die Dis­kus­si­ons­bei­trä­ge noch ein­mal aus Sicht der Fach­grup­pe Frei­wil­li­gen­ma­nage­ment zusam­men und stell­te fest, dass es ein deut­li­ches Miss­ver­hält­nis zwi­schen den tat­säch­li­chen Auf­ga­ben und der tarif­li­chen Ein­stu­fung der Ehrenamtskoordinator*innen in den Unter­künf­ten gibt.

Das Bera­tungs­fo­rum Enga­ge­ment dankt herz­lich allen Teil­neh­men­den für ihre enga­gier­ten Bei­trä­ge und der Senats­ver­wal­tung für Inte­gra­ti­on, Arbeit und Sozia­les für die Ein­la­dung in ihre Räum­lich­kei­ten. Zum Pro­to­koll der Ver­an­stal­tung gelan­gen Sie hier.